FLS-Care

Projektleitung

Prof. Dr. Wolfgang Böcker und Prof. Dr. Christian Kammerlander, LMU Klinikum München

Projektbeschreibung

FLS-CARE (Fracture Liaison Service – Care) ist ein Versorgungsforschungsprojekt zur Verbesserung der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit osteoporosebedingten Hüftfrakturen. Das Projekt implementiert einen sogenannten Fracture Liaison Service (FLS), ein sektorenübergreifendes Versorgungsmodell, das Krankenhausbehandlung, ambulante Nachsorge, Osteoporosetherapie und Sturzprävention miteinander verbindet. Speziell geschulte FLS-Nurses koordinieren die Versorgung und begleiten die Betroffenen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Ziel ist es, Folgefrakturen durch eine leitliniengerechte Diagnostik, Therapie und Prävention zu verhindern.

Bedeutung des Projekts 

Osteoporosebedingte Frakturen stellen in Deutschland ein erhebliches Gesundheits- und Kostenproblem dar. Nach einer ersten Hüftfraktur besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für weitere Knochenbrüche, Pflegebedürftigkeit und Mortalität. Obwohl wirksame Maßnahmen zur Osteoporosediagnostik, -therapie und Sturzprävention verfügbar sind, werden sie im Versorgungsalltag häufig nicht konsequent umgesetzt. FLS-CARE soll diese Versorgungslücke schließen und die Kontinuität zwischen stationärer und ambulanter Behandlung verbessern. Dadurch sollen Folgefrakturen, Krankenhausaufenthalte und gesundheitliche Folgeschäden reduziert werden.

Studiendesign

FLS-Care ist eine cluster-randomisierte kontrollierte Studie. Speziell geschulte Nurses begleiten und schulen die Patienten in einer Interventionsgruppe über die Sektorengrenzen hinweg. Ziel ist es, die Patienten nach internationalem Vorbild einer leitliniengerechten, fachärztlichen Behandlung und einer speziellen FLS-CARE Sturzprophylaxe zuzuführen. Darüber hinaus sollen die überwiegend weiblichen Patienten und ihre Angehörigen lernen, was sie selbst zur Rehabilitation und Vorbeugung weiterer Frakturen beitragen. Durch die FLS-CARE Maßnahmen sollen die gezielte Behandlung der zugrundeliegenden Osteoporose gefördert und weitere Stürze bzw. Folgefakturen vermieden werden. Die Evaluation umfasst medizinische und gesundheitsökonomische Aspekte. 

Ziele der Studie

  • Reduzierung der Rate osteoporosebedingter Folgefrakturen innerhalb von 24 Monaten nach einer ersten Hüftfraktur
  • Verringerung der Sturzhäufigkeit
  • Senkung der Mortalität
  • Verbesserung der Lebensqualität, Mobilität und Alltagsfunktionen
  • Erhöhung der Therapieadhärenz
  • Steigerung der Patientenzufriedenheit
  • Bewertung der Kosteneffektivität des Versorgungsmodells.

Daten und Fakten

  • Finanzierung: Das Projekt wird durch den Innovationsfonds des G-BA gefördert.
  • Projektpartner: Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der LMU Klinikum München sowie sechs kooperierende Krankenkassen
  • Beteiligte Zentren: An der Studie sind 18 Studienkliniken in Bayern beteiligt.
  • Projektlaufzeit: 01.01.2020 - 30.11.2024
  • Patienteneinschluss: 01.06.2021 - 30.06.2022
  • Follow-Up Dauer: 24 Monate

Projektstand

Die AUC war als Konsortialpartner maßgeblich an der Konzeption der Studie und an der Drittmittelakquise beteiligt und beratend tätig. Es wurden Schulungsveranstaltungen für die Studienkliniken vorbereitet und Informationsmaterialien erstellt. Die AUC unterstützte zudem das Konsortium bei der Erstellung der Freigabeanträge an Aufsichtsbehören. Als Vertrauens- und Treuhandstelle führt die AUC die medizinischen Daten und die Routinedaten DSGVO-konform zusammen und übergibt sie dem evaluierenden Institut in verschlüsselter Form.

Weitere Informationen 

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