S3-Leitlinie „Verletzungen des Beckenrings“ (AWMF Register-Nr. 187-039)
Projektleitung
PD Dr. med. Christopher Spering
Dr. med. Katja Walther, ITF (Konsortialführung)
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Leitlinienprojekts wird die bestehende S1-Leitlinie „Verletzungen des Beckenrings“ zu einer evidenzbasierten S3-Leitlinie weiterentwickelt. Hintergrund ist die hohe Komplexität der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Beckenringverletzungen sowie der damit verbundene Handlungs- und Zeitdruck in der klinischen Praxis. Ziel ist die Bereitstellung strukturierter, wissenschaftlich fundierter Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der interdisziplinären und interprofessionellen Versorgung.
Hintergrund und Bedeutung
Die Behandlung von Beckenringverletzungen erfordert häufig schnelle Entscheidungen unter komplexen Bedingungen. Das bisherige Leitlinienniveau der S1-Leitlinie liefert Handlungsempfehlungen, bildet jedoch die notwendige Evidenzlage für die sichere Behandlung dieser heterogenen Patientengruppe nicht ausreichend ab. Eine systematische Evidenzaufarbeitung und strukturierte Konsensbildung im Rahmen einer S3-Leitlinie sollen die Behandlungsqualität nachhaltig verbessern.
Ziele der Leitlinie
- Bereitstellung evidenzbasierter Empfehlungen zur Behandlung von Beckenringverletzungen unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Besonderheiten
- Verbesserung der multiprofessionellen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Verletzungen des Beckens
- Optimierung der Struktur- und Prozessqualität in Kliniken, der prähospitalen Versorgung, Prävention und Nachsorge
- Unterstützung der interdisziplinären Entscheidungsfindung in spezifischen Behandlungssituationen
- Grundlage für:
- die Entwicklung neuer klinischer Behandlungsprotokolle
- die Überprüfung bestehender Protokolle
- nationale Behandlungsstandards
- Algorithmen und Zertifizierungskriterien
Daten und Fakten
- Konsortialpartner: Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM)
- Beteiligte Fachgesellschaften: 18 interdisziplinäre Fachgesellschaften und Organisationen sowie Patientenvertreter:innen
- Projektlaufzeit: 01.11.2025 – 30.04.2028
- Förderung: Gefördert durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)