S3-Leitlinie Schwerverletztenbehandlung (AWMF-Register-Nr. 187-023)
Projektleitung
PD Dr. med. Dan Bieler
Markus Blätzinger, AUC (Konsortialführung)
Projektbeschreibung
Die S3-Leitlinie Schwerverletztenbehandlung (S3-Polytrauma) ist eine interdisziplinäre, evidenz- und konsensbasierte Leitlinie zur umfassenden Verbesserung der Versorgung von polytraumatisierten und schwerverletzten Patientinnen und Patienten. Sie deckt den gesamten Versorgungsprozess über die prähospitale Erstversorgung bis zur frühen operativen Phase ab.
Mit über 300 Schlüsselempfehlungen stellt die Leitlinie ein zentrales Instrument zur Standardisierung und Optimierung von Strukturen, Prozessen und Behandlungsentscheidungen in der Schwerverletztenversorgung dar.
Hintergrund und Bedeutung
Die Versorgung von Schwerverletzten ist hochkomplex und zeitkritisch. Unterschiedliche, parallel auftretende Verletzungen erfordern abgestufte, strukturierte Entscheidungsprozesse. Die bisherige Darstellung der Leitlinie in PDF-/Papierform erschwert jedoch den schnellen Zugriff im klinischen Alltag.
Zur Verbesserung der Anwendbarkeit wird die Leitlinie daher digital in der AWMF-MAGICapp aufbereitet, um eine schnelle, situationsgerechte Nutzung zu ermöglichen und die Patientensicherheit insbesondere in Stress- und Akutsituationen zu erhöhen.
Ziele der Leitlinie
- Verbesserung der multiprofessionellen Versorgung von Schwerverletzten und Polytrauma-Patient:innen
- Optimierung der Struktur- und Prozessqualität in der präklinischen und klinischen Versorgung
- Unterstützung interdisziplinärer Entscheidungsfindung in komplexen Versorgungssituationen
- Grundlage für:
- klinikinterne Behandlungsprotokolle
- nationale Behandlungsstandards (z. B. Weißbücher)
- Zertifizierungskriterien
- Entwicklung und Validierung von Qualitätsindikatoren (u. a. über QUALIFY und das TraumaRegister DGU)
- Förderung der digitalen, praxisnahen Nutzung der Leitlinie im klinischen Alltag (Point-of-Care-Anwendung)
Daten und Fakten
- Konsortialpartner: Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM) und Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB)
- Beteiligte Fachgesellschaften: 32 interdisziplinäre Fachgesellschaften und Organisationen sowie Patientenvertreter:innen
- Projektlaufzeit: 01.11.2023 – 31.10.2026
- Förderung: Gefördert durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)