Das TraumaRegister DGU®
Patientenkollektiv des TraumaRegister DGU®
In das TraumaRegister DGU® einzuschließen sind alle über den Schockraum aufgenommen Patienten mit anschließender Intensivüberwachung und alle Patienten, die die Klinik mit Lebenszeichen erreichen und vor Aufnahme auf die Intensivstation versterben. Zur Intensivüberwachung zählen Überwachungsstationen mit kontinuierlicher, zentraler Monitorüberwachung und ärztlicher Betreuung rund um die Uhr (nicht explizit anwesend, aber Präsenzdienst in der Klinik). Außerdem sind Patienten im Register zu dokumentieren, die aus dem Schockraum oder von der Intensivstation in ein Krankenhaus einer höheren Versorgungsstufe verlegt werden müssen.
Ausgeschlossen sind alle Patienten, die mit schweren Brandverletzungen (ausschließlich Brandverletzungen) eingeliefert werden oder deren Verletzungen durch Erhängen, Ertrinken oder Vergiftungen entstanden sind. Ebenfalls nicht eingeben werden müssen Patienten, die nur zur Überwachung auf die Intensivstation verlegt wurden. Außerdem dürfen bei Primärpatienten zwischen Unfallzeitpunkt und Aufnahme im Schockraum nicht mehr als 24 Stunden liegen.
Das TraumaRegister DGU® in Zahlen
610.000
Dokumentierte Fälle
700
Teilnehmende Kliniken
30.000
Fälle pro Jahr
1993
Start des Registers
Aufbau des TraumaRegsiters DGU®
Die standardisierte Dokumentation erfolgt webbasiert oder per XML-Datenimport in einer zentralen Datenbank. Die Daten werden aus den vier aufeinanderfolgenden Phasen A) Präklinik, B) Schockraum und anschließend OP, C) Intensivstation und D) Entlassung erfasst. Sie beinhalten detaillierte Informationen über Demografie, Verletzungsmuster, Komorbiditäten, präklinisches und klinisches Management, intensivmedizinischen Verlauf und wichtige Laborbefunde einschließlich Transfusionsdaten. Weiterhin werden Daten zum Outcome wie beispielsweise der Zustand des Patienten nach Entlassung dokumentiert.
Jahresberichte
Das TraumaRegister DGU® ermöglicht es Klinken, eine Qualitätssicherung in einem komplexen Bereich der Unfallchirurgie umzusetzen. Auf der Grundlage, der von den teilnehmenden Kliniken dokumentierten Behandlungen schwerverletzter Patientinnen und Patienten werden jährlich ausführliche Qualitätsberichte erstellt. Diese Berichte enthalten relevante Qualitätsindikatoren zur Prozess- und Ergebnisqualität. Zur Einordnung der eigenen Ergebnisse wird zudem ein Benchmark-Vergleich bereitgestellt. Die Qualitätsberichte werden jährlich im Rahmen des Jahreskongresses von TraumaNetzwerk DGU®, Sektion NIS und TraumaRegister DGU® veröffentlicht.
Darüber hinaus erscheint jedes Jahr ein allgemeiner Jahresbericht, der die Datenlage des gesamten Registers zusammenfasst.
Die allgemeinen Jahresberichte finden Sie im Folgenden zum Download:
Wissenschaftliche Leitung
Die wissenschaftliche Leitung des TraumaRegister DGU® liegt in den Händen der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU (Sektion NIS). Die Sektion NIS setzt sich für Maßnahmen der Qualitätssicherung in der Traumaversorgung ein, darunter das TraumaRegister DGU® oder das TraumaNetzwerk DGU®.
Auch die Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung medizinischer Fachkräfte, die an der Traumaversorgung beteiligt sind, sowie die Begleitung wissenschaftlicher Projekte zur Schwerverletztenversorgung zählen zu den Aufgaben der Sektion.
Arbeitskreis TraumaRegister DGU®
Um die Weiterentwicklung des TraumaRegister DGU® zu gewährleisten, wurde innerhalb der Sektion NIS der Arbeitskreis TraumaRegister gegründet. Das ITF arbeitet eng mit dem Arbeitskreis TraumaRegister zusammen und bietet diesem sowohl inhaltlich-technische als auch organisatorische Unterstützung. Der Arbeitskreis TraumaRegister trifft sich einmal pro Jahr in Bensberg bei Köln zum "Projekttreffen Arbeitskreis TraumaRegister".